Meine Haltung für Naturverbindung, achtsames Lernen und lebendiges Kräuterwissen.

Was „Wildvertraut“ für mich bedeutet – und warum es das Herzstück meiner Arbeit ist.
Es war Sommer, warm und hell.
Ich war auf einer Weiterbildung über heilkräftige Bäume – und wir sollten losstreifen. Nicht suchen, nicht analysieren. Einfach mit offenem Herzen spüren, welcher Baum uns ruft.
Ich ging über Wiesen, durch ein Wäldchen – und irgendwann blieb ich stehen. Nicht, weil ich etwas sah, sondern weil ich etwas spürte.
Eine Eiche. Und das Gefühl: Sie beginnt nicht erst da, wo die Krone ihren Schirm über die Erde spannt. Sie beginnt viel früher.
Ich näherte mich langsam. Es war, als hätte sie eine Hülle um sich, ein Feld, das still in die Umgebung ausstrahlte.
Ich fragte innerlich: Darf ich kommen?
Dann saß ich dort. Eine ganze Stunde lang. Ich roch die Rinde, fühlte das Licht auf meinen Schultern, tastete über das Moos an den Wurzeln. Und in mir wurde es still.
Was mich ruft

Seitdem ist viel passiert.
Ich habe in der Wildnispädagogik gelernt, mich in der Natur zu bewegen wie ein Teil von ihr. Ich habe alte Rituale kennengelernt, durfte erleben, welche Kraft im Kreis entstehen kann, habe draußen im Regen geschlafen, bin Pflanzenwesen begegnet und habe mit Rehen zu Abend gesessen – eine Begegnung, die ich in meinem Beitrag „Verwildert – verbunden – verzaubert“ erzähle.
Und immer wieder kehre ich zurück – zu meinem Sitzplatz.
Ein abgelegener Ort am Waldrand, ganz für mich.
Ich nähere mich langsam, oft von verschiedenen Seiten. Schaue nach Spuren, laufe leise, damit die Vögel mich nicht schon von Weitem ankündigen.
Dann setze ich mich an den alten Stamm, komme zur Ruhe, beobachte.
Ich lausche. Ich fühle. Ich öffne den Blick, lasse ihn weit werden.
Manchmal zeichne ich – ein Blatt, einen Käfer, ein Kraut.
Und manchmal tue ich einfach – Nichts.
Einmal, beim Streifen durch eine Wiese, hat mich eine Pflanze „gerufen“. Eine besonders schöne Schafgarbe.
Sie stand da – und ich hatte irgendwie das Gefühl: Die will mir etwas sagen.
Tatsächlich konnte ich sie später für ein gesundheitliches Thema gut brauchen.
All diese Erfahrungen – das wachsende Vertrauen, die leisen Begegnungen – haben etwas in mir verändert.
Und aus genau diesem inneren Wandel ist etwas Neues entstanden:
Was „Wildvertraut“ für mich bedeutet
So nenne ich meine persönliche Herangehensweise an Naturverbindung, Kräuterwissen und Achtsamkeit. Kein Kursname, keine Methode im klassischen Sinn – sondern eine Haltung, die in all meinen Angeboten der Kräuterwirkstatt mitschwingt.
Ein Weg, der nicht auf der Landkarte steht.
Ein Weg, der beginnt, wenn wir stehen bleiben, tief atmen – und lauschen.
Wenn ich Menschen durch Wiesen, Wälder oder über alte Pfade begleite, geht es nie nur um Pflanzen und Kräuterwissen.
Hier erfährst du mehr über meine Kräuterwanderungen.
Es geht um etwas Tieferes: ums Wieder-Spüren, ums Sich-Verbinden mit der Natur.
Wir haben gelernt, Kräuter zu erkennen, sie zu benennen, ihre Inhaltsstoffe zu verstehen.
Doch manchmal verlieren wir dabei das Staunen. Das feine Gefühl dafür, dass wir selbst Teil dieses großen, wunderbar lebendigen Ganzen sind.
Diese Haltung ist eine Einladung, sich wieder dem zuzuwenden, was uns nährt – im Inneren wie im Außen.
Und wenn ich versuche in Worte zu fassen, was „Wildvertraut“ ist, merke ich schnell: Es passt in keine feste Schublade. Manche würden es vielleicht eine Methode nennen – aber das trifft es für mich nicht.
Eine Haltung die verbindet

„Wildvertraut“ ist keine Methode im klassischen Sinn. Es ist eine Haltung.
Ein Zusammenspiel aus Kräuterwissen, Naturerfahrung und Achtsamkeit.
Wenn ich Gruppen begleite, möchte ich nicht nur zeigen, welche Pflanze da wächst – sondern was sie uns erzählen kann. Wie sie duftet. Wie sie schmeckt. Wie sie sich anfühlt. Welche Geschichten in ihr schlummern. Welche Kräfte in ihr wohnen.
„Wildvertraut“ bedeutet, mit allen Sinnen zu lernen. Es verbindet Wissen mit Wahrnehmung – Kopf und Herz, Mensch und Natur.
Wenn Staunen wieder möglich wird
Viele naturpädagogische Ansätze konzentrieren sich auf das Vermitteln von Fakten:
Erkennungsmerkmale, Inhaltsstoffe, Wirkungen.
Das ist wichtig – und Teil meiner Arbeit.
Aber „Wildvertraut“ geht tiefer – ins Erleben.

Hier darf Staunen Platz haben.
Hier darf es leise werden.
Hier geht es darum, Resonanz zu spüren – anstatt nur Informationen zu sammeln.
Nicht: Ich lerne etwas über Pflanzen.
Sondern: Ich begegne dem Lebendigen – und erkenne mich darin wieder.
Was das Lebendige in uns weckt
In all den Jahren, in denen ich Menschen durch die Natur begleite, sind es diese kleinen, unscheinbaren Augenblicke, die etwas zum Klingen bringen.
Nicht laut. Nicht spektakulär.
Aber tief.
Ich habe gelernt, dass Lernen nicht immer ernst sein muss –
dass Neugier, Staunen und spielerische Freude Türen öffnen, durch die wir dem Lebendigen wieder näher kommen.
Eine Erfahrung, die ich in meiner Weiterbildung „Die Kraft des Spiels“ besonders lebendig gespürt habe.

Ein Kind, das ganz still wird, als eine Libelle sich auf seine Hand setzt – und bleibt.
Eine Frau, die innehält, weil sie zum ersten Mal wirklich riecht, wie würzig frisch Giersch duftet.
Ein Mann, der staunend erkennt: Die Brennnessel, die er sonst meidet, ist auch Heilpflanze. Und Faserpflanze. Und vielleicht sogar eine Art Lehrerin.
Wenn ich solche Momente begleite – oder sie selbst erlebe – spüre ich, wie sich etwas weitet.
Wie ein feiner Riss in dem Gefühl von Getrenntsein entsteht. Und wie durch diesen Riss das Lebendige wieder hindurchscheint.
Diese Rückverbindung – dieses leise Erinnern daran, dass wir dazugehören – ist für mich der Kern von „Wildvertraut“.
Nicht als Idee. Nicht als Konzept.
Sondern als Erfahrung, die in uns allen angelegt ist.
Erfahrung, die wieder wach werden kann:
Im Duft einer Blüte.
Im Geschmack eines Blattes.
Im Blick eines Tieres.
Im einfachen Dasein unter freiem Himmel.
„Wildvertraut“ richtet sich an alle, die …
- die Natur nicht nur anschauen, sondern spüren möchten,
- merken, dass Wissen allein nicht genügt,
- mit ihren Kindern achtsam draußen sein wollen,
- sich in Veränderungsphasen befinden und wieder Wurzeln suchen,
- glauben, sie hätten die Natur längst gekannt – und dann überrascht feststellen, wie viel sie noch zu sagen hat.
Ein Weg in die Verbundenheit
„Wildvertraut“ möchte Erinnerung wecken:
Daran, dass wir dazugehören.
Dass wir nicht getrennt sind von dem, was uns umgibt.
Dass jede Pflanze, jeder Windhauch, jeder Vogelruf uns etwas lehren kann – wenn wir bereit sind zu lauschen.
Mein Wunsch ist, dass aus dieser Erfahrung Verantwortung wächst.
Denn wer sich verbunden fühlt, will schützen.
Und wer sich zugehörig fühlt, kann heilen.
„Wildvertraut“ ist somit nicht nur ein Weg in die Natur –
sondern ein Weg nach Hause.

Ich wünsche mir, dass diese Haltung nicht nur in Worten bleibt,
sondern erfahrbar wird – draußen, gemeinsam, im echten Kontakt mit der Natur.
So kannst du „Wildvertraut“ erleben
Es gibt viele Wege, um „Wildvertraut“ zu spüren und zu erfahren:
Kräuterwanderungen ~
mit allen Sinnen durch die Kräuterwelt
In diesen Spaziergängen gehen Wissen, Wahrnehmung und Staunen Hand in Hand.
Wir begegnen Pflanzen nicht nur mit dem Kopf, sondern auch mit der Nase, dem Gaumen, dem Tastsinn – und manchmal mit dem Herzen.
Denn es geht nicht nur darum, was du über eine Pflanze weißt.
Sondern was du mit ihr erleben kannst.
Workshops ~
Pflanzen verarbeiten – Geschichten teilen – Sinne öffnen (in Planung)
In kleiner Runde verarbeiten wir Wildpflanzen: zu Salben, Tees, Tinkturen oder Räucherwerken.
Doch dabei geht es nicht nur um Rezepte – sondern um Begegnung.
Mit der Pflanze. Mit dir selbst. Mit anderen.
Wir teilen Geschichten, Erfahrungen und altes Wissen – und was bleibt, sind fröhliche Gesichter, lebendige Gespräche, Momente des Staunens und durchaus auch ein kleines bisschen Stolz.
Jahreszeiten-Rituale ~
Für alle, die Natur lieben. Und Menschen auch.
Die Jahreszeiten geben uns einen Rhythmus, dem wir vertrauen können.
In diesen Ritualen wollen wir innehalten, zuhören, die Veränderungen spüren – im Außen und vielleicht auch im Inneren.
Noch sind sie in Planung – aber wenn du das Gefühl hast, das könnte etwas für dich sein, sag mir gern Bescheid – Mehr zu den Jahreskreisfesten.

Jede dieser Begegnungen ist anders – und doch gleich:
Sie laden dich ein, zurückzufinden.
In die Natur.
In deine eigene Lebendigkeit – nach Hause.
Hier findest du meine aktuellen Veranstaltungen
Möchtest du dich (wieder) „Wildvertraut“ fühlen?
Komm mit auf eine Kräuterwanderung und entdecke, was direkt vor deiner Haustür wächst

Bildrechte
Bild mit dem Mädchen und der Libelle: www.canva.com
Bild mit der Frau, die am Baum sitzt: www.freepik.com
Alle anderen: eigene Bilder
Liebe Angelika,
wie schön und gleichzeitig zerbrechlich kommt dein Text bei mir an. Ich gelange ins Träumen. Die Verbindung zur Natur ist für uns alle wichtig, schön, dass du sie mit deinem Text und deinen Angeboten herstellst!
Alles liebe
Susanne
Liebe Susanne,
wie schön, dass dich mein Text berührt hat – hab herzlichen Dank für deine Zeilen. Deine Worte klingen nach einer feinen Resonanz, die mich sehr freut.